Elektroautos sind auf deutschen Straßen häufig schon am Kennzeichen zu erkennen: Hinter der eigentlichen Kombination steht ein zusätzliches „E“. Das sogenannte E-Kennzeichen ist ein freiwilliges Sonderkennzeichen für bestimmte umweltfreundliche Fahrzeuge und kann je nach Stadt oder Gemeinde verschiedene Vorteile mit sich bringen. Verpflichtend ist es allerdings nicht.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Fahrzeuge ein E-Kennzeichen erhalten können, welche Vorteile damit verbunden sind und welche Einschränkungen du kennen solltest.
Das E-Kennzeichen einfach erklärt
Das E-Kennzeichen wurde für bestimmte Fahrzeuge mit alternativen Antrieben eingeführt. Optisch unterscheidet es sich von einem normalen Kennzeichen vor allem durch das „E“ am Ende der Kennzeichenkombination.
Wichtig dabei: Ein E-Kennzeichen ist freiwillig. Du kannst ein berechtigtes Fahrzeug also grundsätzlich auch mit einem normalen Kennzeichen fahren. Möchtest du jedoch von möglichen regionalen Privilegien profitieren, kann das Sonderkennzeichen interessant sein.
Diese Fahrzeuge können ein E-Kennzeichen erhalten
Nach dem Elektromobilitätsgesetz kommt das E-Kennzeichen für verschiedene elektrifizierte Fahrzeuge infrage. Dazu gehören reine batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV).
Unter bestimmten Voraussetzungen können außerdem Plug-in-Hybride (PHEV) ein E-Kennzeichen erhalten. Dafür muss das Fahrzeug laut den vorliegenden Informationen entweder maximal 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen oder eine rein elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern erreichen.
Die gesamte Kennzeichenkombination darf inklusive des zusätzlichen „E“ maximal acht Stellen umfassen. Beantragt wird das E-Kennzeichen bei der zuständigen Zulassungsbehörde.
Vorteile des E-Kennzeichens
Der größte Vorteil des E-Kennzeichens liegt in möglichen Privilegien im Straßenverkehr. Welche davon tatsächlich genutzt werden können, hängt allerdings vom jeweiligen Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsort ab.
kostenfreies oder vergünstigtes Parken auf öffentlichen Parkplätzen.
Teilweise ist dieser Vorteil zeitlich begrenzt.
Nutzung bestimmter Bus- oder Taxispuren
oder Ausnahmen von bestimmten Zufahrtsbeschränkungen in Umwelt- und Innenstadtzonen.
Regionale Unterschiede beachten
Nicht überall bringt das E-Kennzeichen automatisch dieselben Vorteile. Die entsprechenden Privilegien sind nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern werden von den jeweiligen Kommunen festgelegt.
Während das E-Kennzeichen in einer Stadt beispielsweise kostenloses Parken ermöglichen kann, bietet es andernorts möglicherweise kaum zusätzliche Vorteile. Es lohnt sich daher, sich über die Regelungen am eigenen Wohnort beziehungsweise am jeweiligen Zielort zu informieren.
Kein automatischer Vorteil bei der Kfz-Steuer
Das „E“ auf dem Kennzeichen sorgt nicht automatisch für eine Befreiung von der Kfz-Steuer. Eine mögliche Steuerbefreiung für reine Elektroautos besteht unabhängig davon, ob das Fahrzeug tatsächlich ein E-Kennzeichen trägt.
Das Sonderkennzeichen dient somit in erster Linie dazu, entsprechend berechtigte Fahrzeuge im Straßenverkehr kenntlich zu machen und ihnen die Nutzung regional angebotener Privilegien zu ermöglichen.
Besonderheiten bei Wunschkennzeichen
Wer ein bestimmtes Wunschkennzeichen haben möchte, sollte das zusätzliche „E“ bei der Planung berücksichtigen. Da die gesamte Kombination maximal acht Stellen lang sein darf, kann der zusätzliche Buchstabe den verfügbaren Platz einschränken.
Das kann insbesondere bei längeren Wunschkennzeichen sowie bei Saison- oder Wechselkennzeichen relevant werden.
Umweltplakette trotz E-Kennzeichen
Ein häufiger Irrtum: Das E-Kennzeichen ersetzt nicht automatisch die klassische Feinstaubplakette an der Windschutzscheibe.
Möchtest du mit deinem Fahrzeug eine entsprechende Umweltzone befahren, benötigst du laut den vorliegenden Informationen trotz E-Kennzeichen weiterhin die erforderliche Umweltplakette.
Fazit: E-Kennzeichen kann sich regional lohnen
Das E-Kennzeichen ist zwar freiwillig, kann für Fahrer von Elektroautos und anderen berechtigten Fahrzeugen aber praktische Vorteile bieten. Je nach Kommune profitierst du beispielsweise von günstigeren Parkmöglichkeiten, bestimmten Sonderfahrstreifen oder weiteren Ausnahmen im Straßenverkehr.
Ob sich das E-Kennzeichen für dich tatsächlich lohnt, hängt daher vor allem davon ab, welche Privilegien deine Stadt oder Gemeinde anbietet. Beachte außerdem, dass das Sonderkennzeichen weder automatisch steuerliche Vorteile bietet noch die Umweltplakette ersetzt.
Häufige Fragen zum E-Kennzeichen
Grundsätzlich kann für ein berechtigtes Fahrzeug auch nachträglich ein E-Kennzeichen beantragt werden. Dafür musst du dich an die zuständige Zulassungsstelle wenden und das Fahrzeug entsprechend umkennzeichnen lassen.
Eine Kombination kann grundsätzlich möglich sein. Allerdings muss genügend Platz für alle erforderlichen Zeichen vorhanden sein, weshalb die gewünschte Kennzeichenkombination entsprechend kurz ausfallen muss.
Das E-Kennzeichen allein bestimmt nicht den Versicherungsbeitrag. Für die Berechnung der Kfz-Versicherung spielen verschiedene Fahrzeug-, Tarif- und Fahrermerkmale eine Rolle.
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