Du möchtest ein abgemeldetes Fahrzeug überführen, eine Probefahrt machen oder mit einem nicht zugelassenen Auto zur Hauptuntersuchung fahren? Für genau solche Fälle gibt es das Kurzzeitkennzeichen. Das auch als 5-Tages-Kennzeichen bekannte Sonderkennzeichen ist ausschließlich für bestimmte Probe-, Prüf- und Überführungsfahrten vorgesehen.
In diesem Ratgeber erfährst du, wann du ein Kurzzeitkennzeichen benötigst, welche Voraussetzungen gelten, mit welchen Kosten du rechnen musst und was bei der Nutzung im Ausland zu beachten ist.
Was ist ein Kurzzeitkennzeichen?
Das Kurzzeitkennzeichen ist ein deutsches Sonderkennzeichen für nicht zugelassene Fahrzeuge. Du erkennst es vor allem am gelben Feld auf der rechten Seite, auf dem das Ablaufdatum eingetragen ist. Es ist nur für ein bestimmtes Fahrzeug vorgesehen und darf nicht beliebig für andere Fahrzeuge verwendet werden.
Seine Gültigkeit ist zeitlich start begrenzt. Das Kurzzeitkennzeichen wird deshalb häufig als 5-Tages-Kennzeichen bezeichnet und ist laut den vorliegenden Informationen maximal fünf Tage beziehungsweise ab Zustellung bis zu sechs Tage gültig.
Wofür darf ein Kurzzeitkennzeichen verwendet werden?
Ein Kurzzeitkennzeichen darf ausschließlich für diese Fahrten verwendet werden:
Probe-, Prüf- und Überführungsfahrten
Dazu zählt beispielsweise die Überführung eines neu gekauften oder abgemeldeten Fahrzeugs an den Wohnort. Ebenso kann es für Probefahrten im Rahmen eines privaten oder gewerblichen Fahrzeugverkaufs eingesetzt wird.
Darüber hinaus sind Fahrten zur Hauptuntersuchung oder in bestimmten Fällen zur Werkstatt möglich. Für private Erledigungen oder eine Urlaubsfahrt darf das Kurzzeitkennzeichen dagegen nicht verwendet werden.
Beantragen kannst du das Kennzeichen entweder an deinem Wohnsitz oder am Standort des Fahrzeugs. Voraussetzug ist, dass das betreffende Fahrzeug abgemeldet ist.
Voraussetzungen für die Beantragung eines Kurzzeitkennzeichens
Für die Beantragung benötigst du verschiedene Dokumente und Nachweise. Dazu gehören:
- Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
- eine speziell für das Kennzeichen ausgestellte eVB-Nummer
- Fahrzeugpapiere wie Zulassungsbescheinigung Teil I oder II beziehungsweise CoC-Papiere
- grundsätzlich ein gültiger Nachweis über die Hauptuntersuchung
Liegt keine gültige Hauptuntersuchung vor, darf das Fahrzeug mit dem Kurzzeitkennzeichen grundsätzlich nur auf direktem Weg zur nächsten Prüfstelle im selben oder angrenzenden Bezirk gefahren werden.
Kosten
Für ein Kurzzeitkennzeichen solltest du insgesamt mit Kosten von etwa 65 bis 120 Euro rechnen.
Verwaltungsgebühr bei Zulassung
Prägung der Kennzeichen
Kurzzeit-Haftpflichtversich.
Genehemigung Umweltzone
Wie liest man ein Kurzzeitkennzeichen?
Das auffälligste Merkmal ist das bereits erwähnte gelbe Feld am rechten Rand. Dort findest du das Ablaufdatum mit Tag, Monat und Jahr und kannst somit direkt erkennen, wie lange das Kennzeichen gültig ist.
Daneben besteht das Kurzzeitkennzeichen aus dem Unterscheidungskennzeichen der zuständigen Zulassungsbehörde, dem amtlichen Siegel und einer individuellen Erkennungsnummer.
Mängel während der Hauptuntersuchung
Wird bei der Hauptuntersuchung ein Mangel am Fahrzeug festgestellt, können mit dem Kurzzeitkennzeichen auch Fahrten durchgeführt werden, die unmittelbar der notwendigen Reparatur dienen.
Eine wichtige Ausnahme besteht allerdings, wenn das Fahrzeug bei der Prüfung als verkehrsunsicher eingestuft wird. In diesem Fall gilt diese Möglichkeit nicht.
Regelungen im Ausland
Bei Fahrten ins Ausland ist Vorsicht geboten. Da es sich beim Kurzzeitkennzeichen um eine nationale Kennzeichnung für Probe- und Überführungsfahrten handelt, besteht kein grundsätzlicher Anspruch darauf, dass es in anderen Ländern anerkannt wird.
Laut den vorliegenden Informationen bestehen Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung mit Österreich, Italien, Dänemark und der Schweiz. In Frankreich, den Benelux-Staaten sowie Ungarn, Rumänien und Bulgarien kam es dagegen bereits zu Problemen beziehungsweise verweigerten Einreisen. Im schlimmsten Fall können hohe Geldbußen oder sogar eine Beschlagnahme des Fahrzeugs drohen.
Welche Folgen hat der Missbrauch eines Kurzzeitkennzeichens?
Ein Kurzzeitkennzeichen darf nur innerhalb seiner Gültigkeit und für die vorgesehenen Fahrten genutzt werden. Nach Ablauf des Kennzeichens gilt das Fahrzeug als nicht zugelassen. Laut den vorliegenden Informationen kann eine Weiterfahrt ein Bußgeld von 50 Euro nach sich ziehen.
Dasselbe Bußgeld kann drohen, wenn das Kennzeichen für nicht erlaubte Fahrten genutzt wird. Zudem ist das Kennzeichen fest einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet. Es darf daher weder an einem anderen Fahrzeug angebracht noch für eine entsprechende Nutzung weitergegeben werden.
Fazit: Kurzzeitkennzeichen für Probe- und Überführungsfahrten
Das Kurzzeitkennzeichen ist eine praktische Lösung, wenn du ein abgemeldetes Fahrzeug überführen, eine Probefahrt durchführen oder zur Hauptuntersuchung fahren möchtest. Wichtig ist, dass du es ausschließlich für die vorgesehenen Fahrten nutzt und die begrenzte Gültigkeitsdauer beachtest.
Für die Beantragung benötigst du unter anderem die Fahrzeugpapiere, einen Identitätsnachweis und eine spezielle eVB-Nummer für das Kurzzeitkennzeichen.
Gut zu wissen
Je nach zuständiger Zulassungsbehörde kann die Beantragung teilweise auch online möglich sein. Welche Möglichkeiten angeboten werden und welche Unterlagen benötigt werden, solltest du vorab bei der zuständigen Zulassungsstelle prüfen.
Grundsätzlich kann die Beantragung häufig auch durch eine bevollmächtigte Person erfolgen. Dafür können eine schriftliche Vollmacht sowie weitere Dokumente des Antragstellers erforderlich sein.
Nein. Das Kurzzeitkennzeichen wird einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet und darf nicht für verschiedene Fahrzeuge verwendet werden.
Entscheidend ist nicht die Straßenart, sondern der Zweck der Fahrt. Das Kennzeichen darf nur für die dafür vorgesehenen Fahrten genutzt werden.
Rote Kennzeichen richten sich an bestimmte gewerbliche Nutzer und unterliegen anderen Voraussetzungen.
Noch mehr Tipps rund ums Auto
Entdecke unsere Ratgeberwelt
Du möchtest noch mehr über dein Auto und den Alltag auf der Straße erfahren? In unseren Ratgebern findest du hilfreiche Tipps und verständliche Informationen zu vielen Themen – von Autokauf und Leasing über Wartung und Pflege bis hin zu Elektromobilität und Sicherheit.