Der Dieselpartikelfilter gehört zu den wichtigen Bestandteilen der Abgasreinigung eines Dieselfahrzeugs. Seine Aufgabe besteht darin, Rußpartikel aus den Abgasen herauszufiltern und dadurch den Feinstaubausstoß deutlich zu reduzieren. Damit der Filter langfristig funktioniert, muss der angesammelte Ruß regelmäßig verbrannt werden – ein Vorgang, der als Regeneration des Dieselpartikelfilters bezeichnet wird.
Doch gerade häufige Kurzstrecken können diesen Prozess beeinträchtigen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie der Dieselpartikelfilter (DPF) funktioniert, woran du einen verstopften Filter erkennst und wann eine Reinigung oder ein Austausch notwendig werden kann.
Der Dieselpartikelfilter einfach erklärt
Der Dieselpartikelfilter – auch Rußpartikelfilter genannt – befindet sich im Abgassystem eines Dieselautos. Im Inneren besitzt er eine feine Wabenstruktur aus Keramik, an deren Wänden sich die Rußpartikel aus dem Abgas ablagern. Dadurch gelangen deutlich weniger dieser Partikel in die Umgebung.
Da sich mit der Zeit immer mehr Ruß ansammelt, muss der Filter regelmäßig davon befreit werden. Anders als bei einem klassischen Filter wird der Ruß jedoch nicht einfach entfernt, sondern bei ausreichend hoher Temperatur verbrannt.
Regeneration des DPF
Damit der angesammelte Ruß verbrennen kann, sind hohe Temperaturen erforderlich. Bei der Regeneration werden die Rußpartikel größtenteils in Kohlendioxid und Wasserdampf umgewandelt. Ein kleiner Anteil an Asche bleibt jedoch dauerhaft im Filter zurück.
Grundsätzlich wird zwischen passiver und aktiver Regeneration unterschieden. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Fahrzeug und Filtersystem ab. Häufig werden beide Verfahren miteinander kombiniert.
Passive Regeneration:
Bei der passiven Regeneration entsteht die benötigte Abgastemperatur durch den normalen Fahrbetrieb. Das ist insbesondere bei längeren Fahrten auf der Autobahn oder unter höherer Motorlast der Fall. Die angesammelten Rußpartikel können dadurch kontinuierlich verbrannt werden.
Aktive Regeneration:
Wird das Fahrzeug häufig mit geringer Last bewegt, beispielsweise im Stadtverkehr, reichen die Temperaturen möglicherweise nicht für die passive Regeneration aus.
In diesem Fall kann das Fahrzeug die Abgastemperatur aktiv auf etwa 600 Grad Celsius erhöhen. Dazu werden unter anderem Zeitpunkt und Anzahl der Einspritzungen angepasst.
Bei einigen Filtersystemen kommen zusätzlich Additive zum Einsatz. Diese senken die notwendige Rußzündtemperatur und ermöglichen die Verbrennung bereits bei etwa 400 Grad Celsius. Allerdings entstehen durch die Additive zusätzliche Ascherückstände im Filter.
Kurzstrecken können zum Problem werden
Wer seinen Diesel überwiegend auf kurzen Strecken bewegt, kann die Regeneration des Partikelfilters erschweren. Der Grund: Der Motor beziehungsweise das Abgassystem erreicht möglicherweise nicht lange genug die erforderliche Temperatur.
Kann der angesammelte Ruß nicht ausreichend verbrannt werden, steigt die Beladung des Filters immer weiter an. Dadurch kann der Dieselpartikelfilter verstopfen oder im schlimmsten Fall beschädigt werden.
Erreicht die Rußbeladung einen bestimmten Grenzwert, macht häufig die Partikelfilter-Kontrollleuchte im Armaturenbrett darauf aufmerksam.
Dieselpartikelfilter verstopft: Typische Symptome
Ein zugesetzter DPF kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Nicht jedes Symptom muss automatisch auf einen verstopften Dieselpartikelfilter zurückzuführen sein. Treten mehrere Anzeichen gleichzeitig auf, sollte das Abgassystem jedoch überprüft werden.
Leistungsverlust und träges Ansprechverhalten
Besonders beim Beschleunigen oder unter hoher Last, beispielsweise am Berg, kann die gewohnte Motorleistung fehlen.
DPF-Warnleuchte oder Motorkontrollleuchte
- Leuchtet eine der Warnleuchten auf, kann eine zu hohe Beladung des Partikelfilters dahinterstecken.
Ungewöhnlich häufige oder abgebrochene Regenerationen
Hinweise darauf können eine zeitweise erhöhte Leerlaufdrehzahl, ein nachlaufender Lüfter oder ein kurzfristig höherer Verbrauch sein.
Ungewöhnlicher Abgasgeruch oder Rauch
In seltenen Fällen können auffällig riechende Abgase oder sichtbarer Ruß auftreten.
Notlauf des Motors
Bei einem stark belasteten Filtersystem kann das Fahrzeug in den Notlauf wechseln und die Motorleistung deutlich reduzieren.
Erhöhter Kraftstoffverbrauch
- Durch den höheren Abgasgegendruck muss der Motor mehr arbeiten, wodurch der Verbrauch steigen kann.
Steigender Motorölstand
- Werden aktive Regenerationen wiederholt abgebrochen, kann unverbrannter Diesel ins Motoröl gelangen und es verdünnen. Ein Ölstand über der Maximum-Markierung ist daher ein ernst zu nehmendes Warnsignal.
DPF-Warnleuchte: Jetzt ist Handeln gefragt
Leuchtet die Partikelfilter-Kontrollleuchte auf, hat der Filter einen bestimmten Beladungsgrad erreicht. In vielen Fällen kann zunächst eine sogenannte Regenerationsfahrt erforderlich sein. Dabei wird das Fahrzeug unter höherer Last bewegt, beispielsweise bei einer längeren Fahrt auf der Autobahn.
Ist eine Regeneration während der Fahrt nicht mehr möglich, kann in der Werkstatt eine erzwungene beziehungsweise Not-Regeneration durchgeführt werden. Diese wird mithilfe eines Diagnosegeräts gestartet.
Ruß lässt sich verbrennen - Asche nicht
Auch bei einer regelmäßig funktionierenden Regeneration hält ein Dieselpartikelfilter nicht unbegrenzt. Während Ruß verbrannt werden kann, bleibt Asche im Filter zurück.
Diese entsteht unter anderem durch Rückstände aus dem Motoröl und sammelt sich über viele Jahre im DPF an. Laut den vorliegenden Informationen liegt die Lebensdauer häufig bei etwa 120.000 bis 240.000 Kilometern. Ist eine bestimmte Aschebeladung erreicht, muss der Filter gereinigt oder ausgetauscht werden.
Dieselpartikelfilter reinigen oder austauschen?
Ob eine Reinigung ausreicht, hängt vom Zustand des Filters ab. Bei einem mit Ruß und Asche beladenen, ansonsten aber intakten DPF kann eine professionelle Reinigung infrage kommen.
Je nach Art der Reinigung oder Reparatur können unterschiedliche Kosten entstehen:
Additive oder Reinigungssprays
etwa 20 bis 50 Euro
professionelle Reinigung im Fachbetrieb
etwa 300 bis 900 Euro inklusive Ein- und Ausbau
neuer Originalfilter
etwa 1.000 bis 3.000 Euro inklusive Montage
Die genannten Kosten dienen als Richtwerte und können je nach Fahrzeug und Arbeitsaufwand variieren. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, zeigt ein individueller Kostenvoranschlag.
Grenzen der DPF-Reinigung
Nicht jeder Dieselpartikelfilter lässt sich durch eine Reinigung retten. Ist die Keramikstruktur im Inneren bereits gerissen oder geschmolzen, muss der Filter ersetzt werden.
Auch bei Reinigungsmitteln für die eigenständige Anwendung ist Vorsicht geboten. Laut den vorliegenden Informationen können solche Mittel verdichtete Asche nicht vollständig entfernen und unter Umständen Sensoren oder Filtermaterial beschädigen.
Ein dauerhaft gestörter Abgasgegendruck sollte ebenfalls nicht ignoriert werden, da dadurch weitere Fahrzeugkomponenten wie der Turbolader Schaden nehmen können.
Fazit: Dieselpartikelfilter und Warnsignale im Blick behalten
Der Dieselpartikelfilter reduziert den Ausstoß von Rußpartikeln und trägt damit wesentlich zur Abgasreinigung eines Dieselautos bei. Damit er zuverlässig funktioniert, muss der angesammelte Ruß regelmäßig durch die Regeneration verbrannt werden.
Besonders bei häufigen Kurzstrecken kann dieser Prozess gestört werden. Warnleuchten, Leistungsverlust, ein steigender Kraftstoffverbrauch oder ungewöhnlich häufige Regenerationen solltest du deshalb nicht ignorieren. Ist der Filter lediglich beladen, können eine Regeneration oder professionelle Reinigung helfen. Bei mechanischen Schäden oder einer zu hohen Aschebeladung kann dagegen ein Austausch erforderlich werden.
Häufige Fragen zum Dieselpartikelfilter
Nein, vor allem ältere Dieselfahrzeuge können noch ohne DPF ausgestattet sein. Bei neueren Diesel-Pkw gehört der Partikelfilter dagegen zur üblichen Abgasnachbehandlung.
Ein vorhandener Dieselpartikelfilter ist Bestandteil der Abgasreinigung des Fahrzeugs. Wird er entfernt oder technisch außer Funktion gesetzt, entspricht das Fahrzeug nicht mehr dem genehmigten Zustand. Das kann unter anderem Auswirkungen auf die Betriebserlaubnis oder die Hauptuntersuchung haben.
Probleme mit dem DPF bzw. der Abgasreinigung können bei der Hauptuntersuchung relevant werden. Werden die vorgeschriebenen Abgaswerte nicht eingehalten oder liegt ein entsprechender Defekt vor, kann dies einer erfolgreichen HU entgegenstehen.
Das verwendete Motoröl kann für Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sollte immer ein Öl verwendet werden, das die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Spezifikation bzw. Freigabe erfüllt.
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