Beim Autoleasing gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Fahrzeugnutzung abzurechnen. Eine besonders verbreitete Variante ist das Kilometerleasing. Dabei wird bereits zu Beginn des Leasingvertrags festgelegt, wie viele Kilometer du voraussichtlich pro Jahr mit dem Fahrzeug zurücklegen wirst. Auf dieser Grundlage wird unter anderem die monatliche Leasingrate kalkuliert.
Am Ende der vereinbarten Laufzeit wird das Fahrzeug zurückgegeben und der tatsächliche Kilometerstand mit der vereinbarten Laufleistung verglichen. Der Vorteil: Die Entwicklung des Fahrzeugwerts auf dem Gebrauchtwagenmarkt spielt für deine Abrechnung keine Rolle.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie Kilometerleasing funktioniert, was bei Mehr- und Minderkilometern passiert und welche Vor- und Nachteile diese Form des Leasings mit sich bringt.
Kilometerleasing einfach erklärt
Beim Kilometerleasing vereinbarst du zu Beginn des Vertrags eine bestimmte jährliche Fahrleistung. Entsprechende Angebote beginnen häufig bereits bei etwa 5.000 Kilometern pro Jahr.
Wie viele Kilometer du angibst, wirkt sich auf die Leasingrate aus: Je höher die geplante Fahrleistung, desto höher fällt in der Regel auch die monatliche Rate aus. Deshalb solltest du vor Vertragsabschluss möglichst realistisch einschätzen, wie viel du tatsächlich mit dem Fahrzeug fahren wirst.
Mehrkilometer können zusätzliche Kosten verursachen
Fährst du während der Leasinglaufzeit mehr Kilometer als ursprünglich vereinbart, spricht man von Mehrkilometern.
Für jeden zusätzlichen Kilometer kann ein vertraglich festgelegter Betrag berechnet werden. Wie hoch dieser ausfällt, wird bereits im Leasingvertrag festgehalten.
Gerade wenn du deine jährliche Fahrleistung deutlich unterschätzt hast, können sich die zusätzlichen Kilometer am Ende der Laufzeit summieren. Eine möglichst realistische Kilometerplanung hilft deshalb dabei, unerwartete Nachzahlungen zu vermeiden.
Minderkilometer und mögliche Rückerstattung
Natürlich kann auch der umgekehrte Fall eintreten: Du hast weniger Kilometer zurückgelegt als ursprünglich vereinbart.
Bei sogenannten Minderkilometern kann es je nach Vertrag eine finanzielle Rückvergütung geben. Allerdings wird häufig eine bestimmte Toleranzgrenze berücksichtigt.
Wie Mehr- und Minderkilometer genau berechnet werden, solltest du deshalb bereits vor Vertragsabschluss im Leasingvertrag prüfen.
Toleranz beim Kilometerleasing
Viele Kilometerleasingverträge enthalten einen gewissen Toleranzbereich. Innerhalb dieser Freigrenze werden zusätzliche beziehungsweise nicht gefahrene Kilometer weder berechnet noch erstattet.
Erst wenn die tatsächliche Laufleistung außerhalb dieses Bereichs liegt, kommt die vereinbarte Abrechnung für Mehr- oder Minderkilometer zum Tragen.
Dadurch führen kleinere Abweichungen von der ursprünglich geplanten Fahrleistung nicht zwangsläufig direkt zu einer zusätzlichen Zahlung oder Erstattung.
Vorteile des Kilometerleasings
Ein wesentlicher Vorteil ist die vergleichsweise gute Planbarkeit der Leasingkosten. Die monatliche Rate steht fest und auch die Preise für Mehr- beziehungsweise Minderkilometer sind vertraglich geregelt.
Kein Restwertrisiko
Die Entwicklung des Fahrzeugwerts auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist für deine Abrechnung nicht entscheidend.
Hohe Planungssicherheit
Feste monatliche Raten und vereinbarte Kilometerkosten sorgen für Transparenz.
Keine hohen Anschaffungskosten
Du nutzt das Fahrzeug, ohne den vollständigen Kaufpreis zahlen zu müssen.
Kalkulierbarkeit für Unternehmen
Die monatlichen Leasingraten lassen sich präzise einplanen, ohne Rückstellungen für einen möglichen Wertverlust bilden zu müssen.
Nachteile des Kilometerleasings
Die vertraglich festgelegte Fahrleistung sorgt zwar für Planungssicherheit, schränkt gleichzeitig aber auch die Flexibilität ein.
Wenn sich beispielsweise dein Arbeitsweg verändert oder du das Fahrzeug plötzlich deutlich häufiger nutzt als ursprünglich geplant, kann die vereinbarte Kilometerleistung nicht mehr zu deinem tatsächlichen Bedarf passen.
Begrenzte Fahrleistung
Überschreitest du die vereinbarten Kilometer deutlich, können zusätzliche Kosten entstehen.
Weniger Flexibilität
Änderungen der vereinbarten Laufleistung oder ein vorzeitiger Fahrzeugwechsel können mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.
Kilometerleasing möglichst realistisch planen
Bevor du einen Kilometerleasingvertrag abschließt, lohnt sich ein genauer Blick auf deine bisherige Fahrleistung. Arbeitsweg, regelmäßige Freizeitfahrten und längere Reisen können dabei helfen, deinen jährlichen Bedarf möglichst realistisch einzuschätzen.
Denn eine möglichst passende Kilometerleistung ist nicht nur für die spätere Abrechnung relevant. Da eine höhere vereinbarte Laufleistung auch die monatliche Leasingrate erhöht, sollte die Kilometerzahl weder deutlich zu niedrig noch unnötig hoch angesetzt werden.
Der Fahrzeugzustand bei der Rückgabe
Auch beim Kilometerleasing zählt am Ende nicht ausschließlich der Kilometerstand. Bei der Fahrzeugrückgabe wird zusätzlich der Zustand des Autos überprüft.
Normale Gebrauchsspuren sind grundsätzlich zulässig. Dazu können beispielsweise leichte Kratzer gehören, die sich wegpolieren lassen.
Anders sieht es bei Schäden aus, die über eine normale Nutzung hinausgehen. Beulen oder tiefe Kratzer können zusätzliche Kosten verursachen beziehungsweise müssen entsprechend behoben werden.
Bei der Rückgabe werden sowohl vorhandene Mängel als auch der genaue Kilometerstand gemeinsam in einem Rückgabeprotokoll dokumentiert.
Kilometerleasing oder Restwertleasing?
Beim Kilometerleasing steht die tatsächlich gefahrene Strecke im Mittelpunkt. Das Risiko für die zukünftige Wertentwicklung des Fahrzeugs trägt dagegen der Leasinggeber.
Das unterscheidet diese Leasingform vom Restwertleasing, bei dem der kalkulierte und tatsächliche Fahrzeugwert am Ende der Laufzeit eine entscheidende Rolle spielen.
Wer seine jährliche Fahrleistung gut einschätzen kann und Wert auf möglichst planbare Kosten legt, kann daher vom Kilometerleasing profitieren.
Fazit: Kilometerleasing bietet eine gute Planbarkeit
Beim Kilometerleasing vereinbarst du bereits zu Vertragsbeginn, wie viele Kilometer du jährlich voraussichtlich fahren wirst. Am Ende der Laufzeit wird die tatsächliche Fahrleistung mit dieser Vereinbarung abgeglichen.
Mehrkilometer können zusätzliche Kosten verursachen, während Minderkilometer je nach Vertrag erstattet werden können. Gleichzeitig musst du dir keine Gedanken darüber machen, wie sich der Marktwert des Fahrzeugs während der Leasingzeit entwickelt.
Entscheidend ist deshalb vor allem eine realistische Einschätzung deiner Fahrleistung. Je besser die vereinbarte Kilometerzahl zu deinem tatsächlichen Fahrverhalten passt, desto besser lassen sich die Leasingkosten planen.
Häufige Fragen zum Kilometerleasing
Ob die vereinbarte Kilometerleistung nachträglich angepasst werden kann, hängt vom Leasingvertrag und dem Leasinggeber ab. Zeichnet sich frühzeitig ab, dass du deutlich mehr oder weniger fahren wirst, lohnt es sich, Kontakt mit dem Leasinggeber aufzunehmen und mögliche Anpassungen zu prüfen.
Als Orientierung kannst du deinen täglichen Arbeitsweg, regelmäßige Freizeitfahrten und längere Strecken wie Urlaubsreisen zusammenrechnen. Auch die Kilometerleistung deines bisherigen Fahrzeugs kann helfen, den jährlichen Bedarf realistisch einzuschätzen.
Grundsätzlich ja. Auch eine höhere jährliche Fahrleistung kann beim Kilometerleasing vereinbart werden. Da die geplanten Kilometer die Höhe der Leasingrate beeinflussen, fällt diese bei einer höheren Laufleistung entsprechend höher aus.
Nicht bei jedem Angebot. Kilometerleasing kann sowohl mit als auch ohne Leasingsonderzahlung angeboten werden. Ob eine Anzahlung vorgesehen ist und wie hoch diese ausfällt, hängt vom konkreten Leasingangebot ab.
Das hängt davon ab, was du mit dem Fahrzeug langfristig vorhast. Beim Kilometerleasing steht die zeitlich begrenzte Nutzung im Vordergrund. Bei einer Finanzierung ist dagegen in der Regel der spätere Besitz des Fahrzeugs das Ziel.
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