Plötzlich leuchtet während der Fahrt die Reifendruck-Kontrollleuchte auf. Das bedeutet zunächst, dass dein Fahrzeug eine Abweichung beim Reifendruck oder eine Störung des Reifendruckkontrollsystems (RDKS) erkannt hat. Dahinter muss nicht direkt eine Reifenpanne stecken – trotzdem solltest du die Warnung ernst nehmen und den Reifendruck möglichst zeitnah überprüfen.
Wir erklären dir, warum die Reifendruck-Warnleuchte aufleuchtet, wann du weiterfahren kannst und wie du das System wieder zurücksetzt.
Was bedeutet die Reifendruck-Kontrollleuchte
Die Reifendruck-Kontrollleuchte erkennst du in der Regel an einem gelben Reifensymbol mit Ausrufezeichen. Sie weist darauf hin, dass der Luftdruck in mindestens einem Reifen vom vorgesehenen Wert abweicht oder das Reifendruckkontrollsystem eine Störung festgestellt hat.
Dabei ist auch entscheidend, wie die Kontrollleuchte erscheint:
- Leuchtend sie dauerhaft gelb, kann der Reifendruck zu niedrig oder zu hoch sein.
- Auch ein noch nicht kalibriertes System kann nicht die Ursache sein.
- Blinkt die Kontrollleuchte, liegt eine Störung des Systems vor, z.B. ein defekter Sensor oder Probleme mit RDKS
Du solltest die Meldung daher nicht einfach ignorieren, selbst wenn sich das Fahrzeug zunächst ganz normal fährt.
Warum leuchtet die Reifendruck-Warnleuchte?
Eine leuchtende Reifendruck-Kontrollleuchte bedeutet nicht automatisch, dass ein Reifen beschädigt ist.
Es gibt verschiedene mögliche Ursachen:
zu niedriger
Reifendruck
starke Temperaturveränderungen
Druckverlust durch Undichtigkeit
Reifenpanne durch Nagel, Schraube oder einen anderen Schaden
nicht zurückgesetztes RDKS
Druckänderung ohne anschließende Kalibrierung
defekter Reifendrucksensor
leere Sensorbatterie bei einem direkten RDKS
Gerade bei sinkenden Außentemperaturen kann sich der Reifendruck verändern und die Warnleuchte aktivieren. Trotzdem solltest du den tatsächlichen Druck kontrollieren, bevor du von einer rein temperaturbedingten Meldung ausgehst.
Darf ich weiterfahren?
Ob du mit leuchtender Reifendruck-Kontrollleuchte weiterfahren kannst, hängt vom Zustand der Reifen und vom Fahrverhalten ab. Sehen alle Reifen äußerlich unauffällig aus und fährt sich das Auto wie gewohnt, kannst du vorsichtig bis zur nächsten Möglichkeit zur Reifendruckkontrolle oder zu einer Werkstatt fahren.
Nicht weiterfahren solltest du dagegen, wenn:
- ein Reifen sichtbar platt oder beschädigt ist,
- du Beulen, größere Fremdkörper oder Schäden an der Seitenwand erkennst,
- das Fahrzeug plötzlich zur Seite zieht,
- starke Vibrationen oder ein ungewöhnliches Fahrverhalten auftreten.
In diesen Fällen solltest du das Fahrzeug sicher abstellen und den Reifen überprüfen beziehungsweise Hilfe organisieren.
Reifendruck prüfen - so gehst du vor
Leuchtet die Reifendruck-Warnleuchte, solltest du zunächst feststellen, ob tatsächlich eine Druckabweichung vorliegt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Überprüfung
1
Reifen kontrollieren
Halte an einem sicheren Ort und überprüfe alle Reifen auf sichtbare Schäden, Fremdkörper oder einen deutlich zu niedrigen Luftdruck.
2
Reifendruck messen
Am besten misst du den Reifendruck bei kalten Reifen, also nach einer Standzeit oder wenn du zuvor höchstens eine kurze Strecke gefahren bist.
3
Sollwert überprüfen
Der richtige Reifendruck ist fahrzeugspezifisch. Die Herstellerangaben findest du je nach Fahrzeug beispielsweise am Türholm, im Tankdeckel oder in der Bedienungsanleitung.
4
Reifendruck korrigieren
Weicht der gemessene Wert vom vorgesehenen Reifendruck ab, solltest du ihn entsprechend anpassen.
5
Kontrollleuchte beobachten
Fahre anschließend einige Kilometer und prüfe, ob die Reifendruck-Kontrollleuchte erlischt. Bleibt sie aktiv, kann ein Reset beziehungsweise eine erneute Kalibrierung erforderlich sein.
Reifendruck-Kontrollleuchte nach Reifenwechsel
Dass die Reifendruck-Kontrollleuchte nach einem Reifen- oder Radwechsel erscheint, kann mit dem Reifendruckkontrollsystem zusammenhängen. Je nach verbautem System muss das RDKS nach dem Wechsel neu angelernt oder kalibriert werden.
Bei einem indirekten RDKS wird der Reifendruck über Veränderungen der Raddrehzahlen überwacht. Die Kalibrierung erfolgt häufig über das Fahrzeugmenü oder eine entsprechende Reset-Taste.
Bei einem direkten RDKS befinden sich Sensoren an den Rädern. Nach einem Radwechsel müssen die neuen Sensoren gegebenenfalls vom Fahrzeug erkannt beziehungsweise angelernt werden. Bei manchen Fahrzeugen geschieht dies nach einigen Kilometern automatisch, bei anderen ist eine manuelle Initialisierung erforderlich.
Wie lässt sich die Reifendruck-Kontrollleuchte zurücksetzen?
Wie du die Reifendruck-Kontrollleuchte zurücksetzt, unterscheidet sich je nach Fahrzeug und RDKS. Deshalb solltest du dich grundsätzlich an der Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs orientieren.
Typischerweise funktioniert das Zurücksetzen folgendermaßen
1
Zündung einschalten
2
RDKS-Funktion im Fahrzeugmenü aufrufen
3
Kalibrierung beziehungsweise Reset starten und bestätigen
4
anschließend einige Kilometer fahren
Wichtig: Setze die Kontrollleuchte nicht einfach zurück, ohne vorher den Reifendruck zu kontrollieren. Erst wenn der richtige Druck eingestellt ist, sollte das RDKS neu kalibriert werden.
Wann liegt ein Problem mit dem Reifendrucksensor vor?
Bleibt die Warnung trotz korrektem Reifendruck und erfolgreichem Reset bestehen, kann ein Reifendrucksensor oder das RDKS selbst die Ursache sein.
Hinweise auf ein Sensor- oder Systemproblem können sein:
- Die Kontrollleuchte blinkt zunächst und leuchtet anschließend dauerhaft.
- Die Meldung erscheint nach dem Zurücksetzen erneut.
- Ein einzelnes Rad zeigt dauerhaft einen falschen Wert an.
- Für ein bestimmtes Rad wird überhaupt kein Reifendruck mehr angezeigt.
- Das Fahrzeug empfängt kein Signal eines Sensors mehr.
Bei direkten Systemen besitzen die Sensoren eigene Batterien, deren Lebensdauer begrenzt ist. Sind diese erschöpft oder ist ein Sensor beschädigt, muss das System in einer Werkstatt geprüft und der betreffende Sensor gegebenenfalls ersetzt werden.
Fazit: Reifendruck-Warnleuchte nicht ignorieren
Leuchtet die Reifendruck-Kontrollleuchte, solltest du zunächst die Reifen auf sichtbare Schäden kontrollieren und den Reifendruck überprüfen. Häufig steckt lediglich eine Druckabweichung oder eine notwendige Neukalibrierung des RDKS dahinter. Ein beschädigter Reifen oder eine Störung des Systems sind jedoch ebenfalls möglich.
Bleibt die Warnung trotz korrektem Reifendruck und Reset bestehen oder verhält sich das Fahrzeug auffällig, solltest du das Reifendruckkontrollsystem in einer Werkstatt überprüfen lassen.
Reifendruckkontrollsystem prüfen lassen
Die Warnleuchte bleibt an?
Du hast den Reifendruck kontrolliert und die Reifendruck-Kontrollleuchte leuchtet trotzdem weiterhin? Dann kann eine Störung des RDKS oder ein defekter Reifendrucksensor dahinterstecken. In unserer Werkstatt prüfen wir das System und können feststellen, wo die Ursache liegt.