Ein Unfall mit dem Leasingauto ist für viele Fahrer eine besondere Herausforderung. Anders als beim eigenen Fahrzeug ist beim Leasing immer auch die Leasinggesellschaft beteiligt, da sie Eigentümer des Autos bleibt. Deshalb gelten bei einem Unfall mit dem Leasingauto oft besondere Regeln und Abläufe.
Doch keine Sorge: Wer richtig handelt, kann hohe Zusatzkosten vermeiden und die Schadensabwicklung deutlich einfacher gestalten. In diesem Beitrag erfährst du, was du nach einem Unfall mit dem Leasingfahrzeug tun musst, wer für den Schaden haftet und warum Themen wie Wertminderung oder GAP-Versicherung besonders wichtig sind.
Warum schnelles Handeln wichtig ist
Egal ob selbstverschuldet oder fremdverschuldet – nach einem Unfall mit dem Leasingauto kommt es vor allem auf schnelles und korrektes Handeln an. Neben der Absicherung der Unfallstelle stehen vor allem die Dokumentation und die Meldung des Schadens im Vordergrund.
Da die Leasinggesellschaft als Eigentümer des Fahrzeugs Ansprüche geltend machen kann, bist du als Leasingnehmer schadenersatzpflichtig.
Was tun nach einem Unfall mit dem Leasingauto?
Unfallstelle absichern und Ruhe bewahren
Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität. Schalte die Warnblinkanlage ein, sichere die Unfallstelle mit einem Warndreieck und bringe dich hinter der Leitplanke in Sicherheit. Bei Personenschäden oder unklarer Schuldfrage solltest du umgehend Polizei und Rettungsdienst verständigen.
Unfall dokumentieren
Eine vollständige Dokumentation ist entscheidend für die spätere Schadensregulierung. Halte deshalb die Unfallstelle und alle Schäden mit Fotos fest und notiere die Kennzeichen, Namen sowie Kontaktdaten aller Beteiligten. Auch Informationen zum Unfallhergang solltest du möglichst genau dokumentieren.
Unfall der Versicherung melden
Damit die Schadensregulierung eingeleitet werden kann, solltest du deine Kfz-Versicherung schnellstmöglich informieren und den Unfallhergang schildern
Leasinggeber informieren
Nach einem Unfall solltest du außerdem umgehend deinen Leasinggeber informieren. Die Leasinggesellschaft gibt in vielen Fällen vor, welche Werkstatt genutzt werden darf, wie die Reparatur durchgeführt wird und welche weiteren Schritte erforderlich sind.
Keine Eigenreparaturen
Viele Leasingverträge schreiben die Reparatur in einer Vertragswerkstatt vor. Wähle deshalb nicht eigenständig eine Werkstatt aus, führe keine provisorischen Reparaturen durch und ignoriere Schäden nicht. Andernfalls können bei der Fahrzeugrückgabe hohe Nachzahlungen entstehen, die unter Umständen nicht von der Versicherung übernommen werden.
Wer zahlt den Schaden beim Leasingauto?
Die Kostenfrage hängt vor allem davon ab, wer den Unfall verursacht hat.
Selbstverschuldeter Unfall
Verursachst du den Unfall selbst, übernimmt deine Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallgegners. Schäden an deinem Leasingfahrzeug werden in der Regel von der Vollkaskoversicherung übernommen, wobei meist eine vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung anfällt. Viele Leasingnehmer wissen nicht: Eine mögliche Wertminderung des Fahrzeugs wird nicht immer automatisch übernommen. Fehlt eine entsprechende Zusatzabsicherung, musst du diese Kosten selbst tragen.
Fremdverschuldeter Unfall
Hat der Unfallgegner den Unfall verursacht, übernimmt dessen Haftpflichtversicherung in der Regel die Kosten für die Reparatur, ein Gutachten, den Wiederbeschaffungswert sowie eine mögliche Wertminderung. Die Zahlung erfolgt häufig direkt an die Leasinggesellschaft. Zusätzliche Kosten entstehen dir normalerweise nur, wenn vertragliche Pflichten verletzt wurden.
Unfall mit Teilschuld
Ist die Schuldfrage nach einem Unfall nicht eindeutig, liegt häufig eine Teilschuld vor. Diese wird in der Regel durch die Polizei, Sachverständige oder im weiteren Verlauf durch die Versicherungen geklärt. In vielen Fällen trägt zunächst jede Partei den Schaden am eigenen Fahrzeug. Die Vollkaskoversicherung kann den eigenen Kostenanteil übernehmen, wobei die festgelegte Schuldquote darüber entscheidet, in welcher Höhe Schadenersatz gezahlt wird.
Was bedeutet Wertminderung beim Leasing?
Selbst nach einer vollständigen Reparatur verliert ein Unfallfahrzeug häufig an Marktwert. Dieser Wertverlust wird als Wertminderung bezeichnet.
Der Grund: Unfallfahrzeuge lassen sich oft schlechter verkaufen, da potenzielle Käufer sie als weniger zuverlässig einschätzen.
Gerade beim Leasing ist das wichtig, weil die Leasinggesellschaft diesen Wertverlust bei der Rückgabe geltend machen kann.
Totalschaden beim Leasingfahrzeug – Was passiert jetzt?
Nach einem schweren Unfall prüft ein Gutachter, ob ein Totalschaden vorliegt. Dabei wird zwischen einem wirtschaftlichen Totalschaden, bei dem die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs übersteigen, und einem technischen Totalschaden, bei dem das Fahrzeug nicht mehr repariert werden kann, unterschieden.
Bei einem Totalschaden kann eine finanzielle Lücke entstehen. Die Vollkaskoversicherung ersetzt in der Regel lediglich den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs, nicht jedoch die noch offene Leasingforderung. Die daraus entstehende Differenz müsstest du ohne zusätzlichen Schutz selbst tragen. Genau hier greift die GAP-Versicherung: Sie übernimmt die verbleibende Differenz zwischen Versicherungsleistung und offener Leasingsumme und schützt dich so vor hohen finanziellen Zusatzkosten.
Fazit:
Ein Unfall mit dem Leasingauto bringt zusätzliche Anforderungen mit sich, da neben Versicherung und Unfallgegner auch die Leasinggesellschaft beteiligt ist. Entscheidend sind eine schnelle Schadensmeldung, die richtige Dokumentation und die Abstimmung mit dem Leasinggeber.
Besonders wichtig sind außerdem Themen wie Wertminderung und GAP-Versicherung, da hier schnell unerwartete Kosten entstehen können.
Alles rund um Leasing auf einen Blick
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