Gerade morgens und abends kann die tiefstehende Sonne Autofahrer erheblich beeinträchtigen. Wird die Sicht plötzlich eingeschränkt, reichen oft wenige Sekunden aus, um gefährliche Situationen entstehen zu lassen. Tatsächlich ist die Blendung durch die Sonne eine häufig unterschätzte Unfallursache: Allein im Jahr 2024 wurden 2.456 Unfälle mit Personenschaden auf tiefstehende Sonne zurückgeführt. Laut ADAC passieren rund zwei Drittel aller witterungsbedingten Unfälle mit Personenschaden durch Blendung – deutlich häufiger als beispielsweise bei Nebel.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du bei blendender Sonne richtig reagierst und mit einfachen Maßnahmen sicher unterwegs bleibst.
Warum blendende Sonne so gefährlich ist
Wenn die Sonne tief steht, kann sie die Sicht innerhalb weniger Sekunden massiv einschränken. Autofahrer befinden sich dann teilweise im sogenannten „Blindflug“ und erkennen Hindernisse, Fußgänger oder bremsende Fahrzeuge oft zu spät. Besonders auf Landstraßen und Autobahnen erhöht sich dadurch das Unfallrisiko erheblich.
Deshalb ist es wichtig, frühzeitig auf veränderte Lichtverhältnisse zu reagieren und die eigene Fahrweise entsprechend anzupassen.
Sofortmaßnahmen bei blendender Sonne
Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du die Sicht deutlich verbessern und das Unfallrisiko reduzieren.
Besonders hilfreich sind:
- Sonnenblende: Bei vielen Fahrzeugen lässt sie sich zusätzlich zur Seitenscheibe schwenken, wenn die Sonne seitlich einfällt.
- Polarisierte Sonnenbrille tragen: Sie reduziert störende Reflexionen und verbessert die Sicht.
- Windschutzscheibe sauber halten: Schmutz, Staub und Schlieren verstärken die Blendwirkung erheblich. Reinige die Scheiben regelmäßig von innen und außen und achte auf ausreichend Scheibenwischwasser.
- Scheibenwischer prüfen: Verschlissene Wischerblätter hinterlassen Schlieren und verschlechtern die Sicht zusätzlich.
- Sitzposition anpassen: Sitzt du zu tief, scheint die Sonne häufig unter der Sonnenblende durch. Eine aufrechte Sitzposition kann hier Abhilfe schaffen.
Blendung schützt nicht vor Verantwortung
Viele Autofahrer gehen davon aus, dass starke Sonneneinstrahlung als Entschuldigung für einen Unfall gilt. Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall. Nach geltendem Verkehrsrecht musst du deine Geschwindigkeit und Fahrweise jederzeit den Sichtverhältnissen anpassen. Blendung durch die Sonne gilt daher nicht als Rechtfertigung für Rotlichtverstöße oder Auffahrunfälle.
Fahrweise an die Lichtverhältnisse anpassen
Reichen Sonnenblende und Sonnenbrille nicht aus, solltest du deine Fahrweise sofort anpassen. Gerade bei tiefstehender Sonne ist eine besonders vorausschauende Fahrweise gefragt.
Achte dabei auf folgende Punkte:
- Geschwindigkeit reduzieren
- Sicherheitsabstand vergrößern
- Abblendlicht einschalten, damit dein Fahrzeug besser gesehen wird
- Nicht direkt in die Sonne schauen, sondern den Blick an der rechten Fahrbahnmarkierung orientieren.
Außerdem solltest du jederzeit damit rechnen, dass vorausfahrende Fahrzeuge plötzlich abbremsen, weil auch deren Fahrer geblendet werden.
Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung sicher unterwegs
Blendende Sonne gehört zu den häufigsten Ursachen für witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Mit einer sauberen Windschutzscheibe, einer geeigneten Sonnenbrille und einer angepassten Fahrweise lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Wer frühzeitig reagiert und ausreichend Abstand hält, sorgt für mehr Sicherheit – für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.
Sicher durch den Sommer
Du möchtest dein Fahrzeug optimal auf jede Jahreszeit vorbereiten? Dann wirf auch einen Blick in unsere weiteren Ratgeber. Dort erfährst du unter anderem, wie du dein Auto vor Sommerhitze schützt, warum der richtige Reifendruck im Sommer wichtig ist und wie du deine Klimaanlage richtig einstellst, um auch an heißen Tagen sicher und komfortabel unterwegs zu sein.