Leasing wird immer beliebter – vor allem, wenn es darum geht, ein modernes Fahrzeug zu fahren, ohne es direkt kaufen zu müssen. Doch viele stellen sich die Frage: Wie funktioniert Leasing eigentlich genau?
Die Antwort ist einfacher, als viele denken: Beim Leasing zahlst du eine monatliche Rate für die Nutzung eines Fahrzeugs über einen festgelegten Zeitraum. Dadurch profitierst du von planbaren Kosten, flexiblen Laufzeiten und oft von den neuesten Fahrzeugmodellen.
Was ist Leasing?
Grundsätzlich lässt sich Leasing mit einer Langzeitmiete vergleichen. Du nutzt ein Fahrzeug für einen bestimmten Zeitraum und zahlst dafür eine monatliche Leasingrate. Anders als beim klassischen Autokauf gehört das Fahrzeug jedoch nicht dir, sondern der Leasinggesellschaft.
Die monatliche Rate richtet sich unter anderem nach:
Marke und Modell
Ausstattung
Listenpreis
Vertragslaufzeit
Sonderzahlung
Wichtig zu wissen: Leasing ist kein Ratenkauf. Mit der monatlichen Leasingrate zahlst du vielmehr für die Nutzung des Fahrzeugs während der vereinbarten Vertragsdauer. In die Kalkulation fließen unter anderem das Fahrzeug selbst, der erwartete Wertverlust, die Laufzeit sowie eine mögliche Sonderzahlung ein.
Wie funktioniert Leasing
Leasing läuft grundsätzlich in mehreren Schritten ab: Von der Auswahl des Fahrzeugs über den Vertragsabschluss bis zur Rückgave am Ende der Laufzeit.
So sieht der typische Ablauf aus:
1
Fahrzeug auswählen
Zunächst suchst du dir das gewünschte Fahrzeug und ein passendes Leasingangebot aus. Dabei kannst du je nach Angebot beispielsweise Modell, Ausstattung und Motorisierung auswählen.
2
Leasingvertrag festlegen
Anschließend werden die Konditionen des Leasingvertrags vereinbart. Dazu gehören insbesondere die Laufzeit, die jährliche Kilometerleistung, die monatliche Anzahlung und ggf. eine Anzahlung.
3
Bonität prüfen
Vor dem Vertragsabschluss prüft der Leasinggeber deine Zahlungsfähigkeit. Fällt die Bonitätsprüfung positiv aus, kann der Leasingvertrag abgeschlossen werden.
4
Fahrzeug nutzen
Nach der Übergabe kannst du das Fahrzeug für die vereinbarte Laufzeit nutzen und zahlst dafür die monatliche Leasingrate. Eigentümer des Fahrzeugs bleibt während des Leasings der Leasinggeber.
5
Vereinbarung beachten
Während des Leasings solltest du dich an die vereinbarte Kilometerleistung sowie die festgelegten Wartungs-, Pflege- und Versicherungspflichten halten. Zusätzliche Kosten können bspw. anfallen, wenn du deutlich mehr Kilometer fährst als vereinbart oder das Fahrzeug bei der Rückgabe übermäßige Schäden aufweist.
6
Fahrzeug zurückgeben
Am Ende der Vertragslaufzeit gibst du das Fahrzeug normalerweise an den Leasinggeber zurück. Du wirst durch die gezahlten Leasingraten nicht automatisch Eigentümer des Fahrzeugs. Ein anschließender Kauf ist nur möglich, wenn eine entsprechende Möglichkeit vereinbart wurde.
Leasingvertrag, Laufzeit und Eigentum
Beim Leasing schließt du einen Vertrag mit einer Leasinggesellschaft ab. Diese kauft das Fahrzeug beim Händler und bleibt während der gesamten Laufzeit Eigentümer des Autos. Du nutzt das Fahrzeug als Leasingnehmer und wirst als Halter im Fahrzeugschein eingetragen.
Die Laufzeit wird bereits beim Vertragsabschluss festgelegt und beträgt häufig:
24 bis 48 Monate
Wie lange der Vertrag tatsächlich läuft, hängt vom jeweiligen Leasingangebot und den vereinbarten Konditionen ab.
Was passiert nach Ablauf der Leasingzeit?
Nach Ende der vereinbarten Laufzeit gibst du das Fahrzeug normalerweise an die Leasinggesellschaft zurück. Gerade wenn du regelmäßig ein aktuelles Fahrzeug fahren möchtest, kann Leasing dadurch interessant sein: Nach Rückgabe kannst du dich beispielsweise für ein neues Leasingfahrzeug entscheiden.
Welche Voraussetzungen gibt es für Leasing?
Nicht jeder Leasingvertrag wird automatisch genehmigt. Bevor ein Vertrag zustande kommt, prüft die Leasinggesellschaft, ob bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören in der Regel:
- Volljährigkeit
- ein fester Wohnsitz in Deutschland
- ein gültiger Führerschein
- eine ausreichende Bonität
- ein regelmäßiges und ausreichendes Einkommen
Welche Unterlagen werden für Leasing benötigt?
Für die Prüfung werden meist ein Personalausweis oder Reisepass, aktuelle Gehaltsabrechnungen und ggf. weitere Einkommens- oder Beschäftigungsnachweise benötigt. Bei Selbstständigen können bspw. Steuerbescheide, Bilanzen oder Einnahmeüberschussrechnungen verlangt werden.
Ein befristeter Arbeitsvertrag oder ein negativer SCHUFA-Eintrag bedeutet nicht zwangsläufig, dass Leasing ausgeschlossen ist. Je nach Leasinggesellschaft können jedoch zusätzliche Sicherheiten oder eine höhere Sonderzahlung erforderlich sein.
Welche Kosten entstehen beim Leasing zusätzlich?
Neben der monatlichen Leasingrate können je nach Angebot weitere Kosten entstehen. Deshalb solltest du bei einem Leasingangebot nicht nur auf die bestehende Monatsrate achten.
Mögliche zusätzliche Kosten sind:
- Sonderzahlung zu Vertragsbeginn
- Überführungs- und Zulassungskosten
- Versicherung und Kfz-Steuer
- Wartung und Verschleiß, sofern diese nicht enthalten sind
- zusätzliche Service- oder Ausstattungspakete
Je nach Leasingart können außerdem Kosten entstehen, wenn die vertraglichen Vereinbarungen bei der Rückgabe nicht eingehalten werden – beispielsweise durch Mehrkilometer beim Kilometerleasing oder übermäßige Schäden am Fahrzeug.
Wie funktioniert Leasing ohne Anzahlung?
Beim Leasing ohne Anzahlung zahlst du zu Vertragsbeginn keine Sonderzahlung. Dadurch fällt die anfängliche finanzielle Belastung geringer aus. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Leasing insgesamt günstiger ist: Ohne Sonderzahlung kann die monatliche Leasingrate entsprechend höher ausfallen.
Für einen aussagekräftigen Vergleich solltest du deshalb nicht nur die Monatsrate, sondern die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit betrachten.
Welche Leasingarten gibt es?
Beim Autoleasing wird hauptsächlich zwischen Kilometerleasing und Restwertleasing unterschieden. Der wichtigste Unterschied liegt darin, wie die Kosten und mögliche Nachzahlungen am Vertragsende bestimmt werden.
Kilometerleasing
Beim Kilometerleasing legst du zu Vertragsbeginn fest, wie viele Kilometer du jährlich fahren möchtest. Die vereinbarte Laufleistung fließt zusammen mit der Vertragsdauer in die Berechnung der monatlichen Leasingrate ein.
Fährst du mehr als vereinbart, können am Ende Kosten für Mehrkilometer entstehen. Deshalb solltest du deine jährliche Fahrleistung möglichst realistisch einschätzen.
Restwertleasing
Beim Restwertleasing wird zu Vertragsbeginn festgelegt, welchen Wert das Fahrzeug am Ende der Leasinglaufzeit voraussichtlich noch haben soll. Bei der Rückgabe wird dieser kalkulierte Restwert dem tatsächlichen Fahrzeugwert gegenübergestellt.
Liegt der tatsächliche Wert darunter, kann je nach Vertrag eine Nachzahlung entstehen. Damit trägt der Leasingnehmer beim Restwertleasing ein anderes finanzielles Risiko als beim Kilometerleasing.
Welche Vorteile bietet Leasing?
Leasing bietet zahlreiche Vorteile – sowohl für Privatpersonen als auch für Gewerbekunden.
Geringe Anfangskosten
In vielen Fällen ist beim Leasing keine Anzahlung notwendig. Dadurch bleibt deine finanzielle Flexibilität erhalten.
Immer moderne Fahrzeuge fahren
Besonders beim Neuwagen-Leasing profitierst du regelmäßig von:
- neuer Technologie
- Sicherheitsfeatures
- aktuellem Design
- effizienteren Motoren
Sicherheit bei der Planung
Dank fester monatlicher Raten und flexibler Laufzeiten kannst du deine Kosten genau kalkulieren.
Kein Risiko durch Wertverlust
Da das Fahrzeug am Ende zurückgegeben wird, musst du dich nicht um den späteren Wiederverkauf oder den Wertverlust kümmern.
Welche Nachteile hat Leasing?
Neben den Vorteilen bringt Leasing auch einige Punkte mit sich, die du vor Vertragsabschluss berücksichtigen solltest.
Kein Eigentum
Du zahlst für die Nutzung des Fahrzeugs, wirst aber normalerweise nicht dessen Eigentümer. Nach Vertragsende gibst du das Auto zurück.
Weniger Flexibilität
Ein Leasingvertrag wird für eine feste Laufzeit abgeschlossen. Eine vorzeitige Beendigung oder ein Fahrzeugwechsel ist häufig nur schwer oder mit zusätzlichen Kosten möglich.
Eingeschränkte Veränderung
Größere Umbauten oder Veränderungen am Fahrzeug können untersagt oder nur mit Zustimmung des Leasinggebers möglich sein.
Zusätzliche Kosten möglich
Die monatliche Leasingrate bildet nicht immer alle Kosten ab. Sonderzahlungen und weitere Nebenkosten solltest du deshalb bei Vergleich von Angeboten berücksichtigen.
Worauf solltest du während der Leasingzeit achten?
Damit es bei der Rückgabe keine unangenehmen Überraschungen gibt, solltest du einige Punkte beachten.
Fahrzeugpflege ist wichtig
Das Auto sollte stets gepflegt werden, damit es bei der Rückgabe in einem guten Zustand ist.
Wartungen regelmäßig durchführen
Inspektionen und Reparaturen sollten möglichst in einer Vertragswerkstatt erfolgen. So bleiben Garantieansprüche erhalten und du vermeidest mögliche Zusatzkosten.
Nachzahlungen vermeiden
Starke Gebrauchsspuren oder versäumte Wartungen können bei der Leasingrückgabe zu hohen Nachzahlungen führen.
Fazit:
Leasing ist eine flexible Möglichkeit, ein Fahrzeug zu fahren, ohne es direkt kaufen zu müssen. Du zahlst eine feste monatliche Rate, nutzt das Fahrzeug über einen vereinbarten Zeitraum und gibst es anschließend zurück. Besonders attraktiv sind die planbaren Kosten, moderne Fahrzeuge und die Möglichkeit, regelmäßig auf ein neues Modell umzusteigen.
Wer seine jährliche Fahrleistung realistisch einschätzt und das Fahrzeug sorgfältig behandelt, kann von Leasing langfristig profitieren.
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